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Corona: Hochzeit verschieben oder absagen? Und wer muss zahlen?

Der Frühling hält Einzug, die Hochzeitssaison beginnt – eigentlich. Doch durch Corona-Krise und Kontaktverbot ist es plötzlich unmöglich geworden, eine große Feier auszurichten. Nun stehen für viele Brautpaare viele Fragen im Raum: Absagen oder verschieben? Trotzdem heiraten? Und was müssen wir zahlen? Eine pauschale Antwort kann niemand geben. Ein paar vorsichtige Denkanstöße.

Etliche Paare in Deutschland – und in vielen anderen Ländern – haben sich eigentlich auf die nächsten Wochen gefreut. Denn die Frühlingssonne lässt Jahr für Jahr allmählich die Hochzeitsglocken läuten und die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren. Das Coronavirus setzt den Hochzeitsplänen nun ein jähes Ende – denn sogar Feiern im kleinen Rahmen dürfen momentan nicht ausgerichtet werden. Auch viele Standesämter lassen außer dem Brautpaar keine weiteren Gäste mehr zu. Andernorts haben sie bereits geschlossen oder führen keine Trauungen mehr durch. Dabei sind Hochzeits-Location, Fotografin, DJ, Caterer und Konditorin schon längst gebucht oder sogar bezahlt. Was nun?

Das Wichtigste: Gesundheit geht vor!

Natürlich ist das in erster Linie eine gigantische Enttäuschung für Euch. Doch ich finde: Diese ist in diesem Fall leider absolut notwendig. Denn hier geht es schließlich darum, die berühmte Kurve flach zu halten und die Gesundheit von Euch und Euren Lieben zu schützen – insbesondere ältere oder kranke Familienmitglieder dürfen nicht mit dem Virus in Kontakt kommen. Bei aller Wut, bei allem Frust und bei aller Angst um hohe Kosten: Denkt bitte daran, dass sich doch eigentlich alles um die Liebe dreht. Und Liebe beziehungsweise Zuneigung zeigt sich dieser Tage – wie unsere Kanzlerin richtig sagte – nicht in Form von Nähe, sondern in Form von Distanz.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Noch kann niemand sagen, wie lange diese Situation noch anhalten wird und mit welchen Einschränkungen wir noch konfrontiert werden. Aber eines ist sicher: Eines Tages wird das Virus besiegt sein. Früher oder später werdet ihr also doch noch mit Eurer Familie und Euren Freunden feiern können. Und dann erst recht! Vielleicht nicht so perfekt wie gedacht. Vielleicht auch in einem anderen Rahmen. Aber dafür umso schöner und ausgelassener. Mein Tipp: Geht offen damit um und informiert Eure Gäste frühzeitig, dass Ihr Eure Hochzeit auf einen späteren Termin verschiebt. Das Verständnis der anderen ist Euch sicher, das verspreche ich Euch.

Und die Kosten? Beschäftigen nicht nur Euch…

Klar, einen Termin könnt Ihr verschieben. Was aber viele noch viel mehr beunruhigt, sind die Kosten. Das Hochzeitskleid ist bezahlt und hängt im Schrank, die Anzahlung für das Catering ist geleistet und Verträge mit anderen Dienstleistern sind vielleicht schon unterschrieben. Müsst Ihr nun auch bei einer verschobenen oder ausgefallenen Hochzeit den kompletten Betrag bezahlen? Eine pauschale Antwort darauf kann ich nicht geben, da Konditionen und Verträge individuell verhandelt werden. Allerdings möchte ich Euch auch eine andere Sichtweise schildern: Als freie Traurednerin verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit Hochzeiten – und so geht es vielen anderen Dienstleistern. Für mich wäre es eine faire Lösung, sich zunächst auf eine Terminverschiebung auf unbestimmte Zeit zu einigen – also den Vertrag einzufrieren. Viele machen es übrigens so wie ich und arbeiten mit einer Anzahlung. Das gibt Euren Dienstleistern einerseits die Sicherheit, bei einer Vielzahl von Absagen nicht vor dem Ruin zu stehen. Gleichzeitig gibt sie aber Euch die Sicherheit, dass jemand nach wie vor große Lust hat, einen super Job für Euch zu machen. Auch wenn das eben noch etwas dauert.

Nach der Trauung ist vor der Hochzeit

Und die Hochzeit WIRD stattfinden, davon bin ich überzeugt! Vielleicht findet sie ja sogar in Etappen statt. Wenn der Termin beim Standesamt noch möglich ist, solltet Ihr nicht ausschließen, ihn auch wahrzunehmen – wenn auch nur zu zweit. Einfach mal eben heiraten, fast wie in Las Vegas! Die große Zeremonie könnt Ihr zu einem späteren Zeitpunkt mit allem Tamtam nachholen – dafür bietet sich übrigens eine freie Trauung an, bei der Ihr zum Beispiel wundervolle Rituale einbinden könnt. Eure Freunde und Familie werden sich dann umso mehr freuen, dass sie dabei sein können.

Der nächste Termin kommt bestimmt

Eine Hochzeit verschieben – leichter gesagt als getan, denn viele Locations und Dienstleister sind auf Monate oder Jahre ausgebucht. Und sobald die Corona-Krise bewältig ist, beginnt vermutlich ein wahrer Ansturm. Hier ist also Flexibilität gefragt. Wie wäre es, einfach an einem Werktag statt am Wochenende zu feiern? Sicherlich nehmen sich viele Eurer Gäste gerne frei, denn eine Hochzeit wird nach der schwierigen Zeit eine sehr willkommene Abwechslung sein. Auf diese Weise habt Ihr es leichter, einen neuen Termin für Location, Traurednerin, Fotografin, DJ, Caterer, Trauzeugen und allen weiteren Beteiligten zu koordinieren. Und es muss auch nicht immer der Frühling oder Sommer sein: Eine Winterhochzeit bietet unglaublich romantische Momente und macht Euch noch ein Stück flexibler in der Planung.

Kopf hoch!

Ganz ehrlich: Das alles war vermutlich nur ein ganz, ganz schwacher Trost. Auch ich bin in diesen Tagen beunruhigt, und zwar nicht nur wegen wackeliger Termine. Wir müssen nun alle zusammen stark sein, Disziplin an den Tag legen und aufeinander Acht geben. Dann werden wir gemeinsam wieder auf die Beine kommen. Und inzwischen könnt Ihr träumen: von Eurem großen Tag, den Ihr Euch völlig anders vorgestellt habt – der dann aber umso schöner wurde.

Alles Liebe und bleibt gesund!

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